Die Bewertungsmatrix der Umweltaspekte.

Die Unternehmensleitung legt in ihrer Umweltpolitik übergeordnete Ziele fest. Damit sie in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können, müssen alle für unsere Standorte relevanten Umweltaspekte (= die Ursache für eine Auswirkung auf die Umwelt) identifiziert und bewertet werden. Dabei gibt es sog. „direkte“ Umweltaspekte, die wir selbst kontrollieren können, als auch „indirekte“, die aus der Zusammenarbeit mit Dritten (Dienstleistern, Lieferanten usw.) entstehen. Externe Informationsquellen und internes Wissen fließen mit in diese „Umweltverträglichkeitsprüfung“ ein, die auch für die Einführung von neuen Produkten, Prozessen, Fertigungen, Ressourcen etc. gilt.

Ihre Ergebnisse münden schließlich in einer Bewertungsmatrix (siehe unten): die Basis für die Definition konkreter Einzelziele. Um dafür die notwendigen Maßnahmen zu entwickeln, werden Aufgaben und Zuständigkeiten verbindlich vergeben: an unseren Umweltmanagement-Beauftragten und die drei Umweltbeauftragten. In ihrer Verantwortung liegt es u. a., die einzelnen Abteilungen (Leitung wie Mitarbeiter) zu informieren, zu schulen und zu beraten.

Außerdem sind für unsere Umweltaktivitäten verantwortlich:
• die Geschäftsführungen
• Abteilungs- und Bereichsleiter
• die Beauftragten für Gefahrstoffe, Sicherheit, Arbeitssicherheit, Brandschutz, Abfall und falls für den Standort relevant, ein externer Gefahrgutbeauftragter.

Weitere Umweltaspekte – Keine Ursache, keine Wirkung.

In der Druckindustrie gibt es neben den Kernindikatoren von Energie bis Emissionen noch eine ganze Reihe von Materialien und Abläufen, die sich auf das Ökosystem auswirken können – was wir natürlich mit allen Mitteln vermeiden wollen.

Grundsätzlich ist oberstes Ziel unseres Umweltmanagements, Gefahren durch Notfälle und Ereignisse abzuwenden. Das stellen wir einerseits durch die zuverlässige Wartung der technischen Einrichtungen und Anlagen sicher, andererseits durch die kontinuierliche Schulung aller Mitarbeiter. Sollte trotzdem ein Ereignis eintreten, das Menschen und Umwelt gefährden könnte, ermöglichen die vorliegenden Alarm- und Rettungspläne schnellstes Handeln, sodass Schäden ganz vermieden oder minimiert werden können.

Die Produktionshallen (und deren Bauabschnitte) sind weitestgehend mit Brandmeldern und Sprinkleranlagen ausgerüstet. Die Warnsysteme sind auf die Leitstellen der Feuerwehren aufgeschaltet. Weitere technische Einrichtungen wie Wandhydranten, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Handfeuerlöscher etc. werden regelmäßig durch Fachunternehmen gewartet und geprüft.

In unseren Standorten sind die wesentlichen Lärmquellen die Rotationsdruckmaschinen, die wir durch besondere Schallkapselungen dämmen. Wir arbeiten sehr eng mit Lärmgutachtern zusammen – insbesondere in den Planungsphasen für Umbauten oder Erweiterungen der Anlagen. Damit ist sichergestellt, dass Anforderungen u. Nachweise gem. §15 /16 BlmSchG erfüllt bzw. erbracht werden.

Unsere Standorte Berlin und Neumünster sind Ausnahmen, da dort keine Genehmigung gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz erforderlich ist. Selbstverständlich werden auch hier alle Vorgaben für Lärmemissionen und Lärmminderungen eingehalten.

Generell stehen unseren Mitarbeitern die unterschiedlichsten Ausrüstungen – vom einfachen Schaumstöpsel bis zum individuell angefertigten Gehörschutz – zur Verfügung.

Oberste Priorität ist bei uns, den Einsatz von Gefahrstoffen zu vermeiden. Können wir nicht darauf verzichten oder zumindest eine weniger gefährliche Alternative benutzen, so ist die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften unbedingter Mindeststandard. Was sachgemäßen Umgang und Lagerung betrifft, wie auch die Information und Ausbildung der zuständigen Mitarbeiter: Verantwortlich sind hier die Abteilungsleitungen in Zusammenarbeit mit den Fachbeauftragten. Bevor neue Materialien eingesetzt werden, ermitteln wir die mögliche Gefährdung und legen geeignete Schutzmaßnahmen fest.

Gefahrstoffe befinden sich grundsätzlich in sicheren Behältnissen und Verpackungen: bei innerbetrieblichem Transport genauso wie beim Umfüllen bzw. Umpacken in kleinere Gebinde. Werkseigene Behälter tragen die entsprechenden Kennzeichnungen. Gelagert werden sie nur an definierten Orten und Räumlichkeiten und in geeigneten Behältersystemen – wenn nötig, zusätzlich in erforderlichen Auffangsystemen. An den Arbeits-, Produktions- und Maschinenbereichen werden nur Mengen für den täglichen Bedarf gelagert. Arbeits-, Brand- und Umweltschutz werden dabei berücksichtigt.

Wir stellen die Kataster gemäß dem global harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) um, unsere Mitarbeiter wurden dazu rechtzeitig geschult. GHS gibt die Art der Gefahr durch die Gefahrenklassen wieder. Jede Klasse wird in Kategorien (hazard category) unterteilt.

So haben z. B. entzündbare Flüssigkeiten je nach Flammpunkt drei Gefahrenkategorien. Für jede Klasse inklusive Kategorie werden einem Stoff ein oder mehrere Gefahrenhinweise (H-Sätze, Hazard Statements) zugeordnet: ein bestimmtes Gefahrenpiktogramm und ggf. ein Signalwort – Gefahr (danger) oder Achtung (warning) –, gefolgt von einer Reihe von Sicherheitsmaßnahmen (P-Sätze, Precautionary Statements). Bei den Stoffen ist dieses erfolgt. Bei Gemischen und Zubereitungen durch unsere Lieferanten erfolgten die Einstufung und Kennzeichnung bis zum 01.06.2015.

Wir haben in unseren Einkaufs- und Beschaffungsrichtlinien ökologische Standards verankert. So können wir sicherstellen, dass beim Einkauf von Maschinen, Einrichtungen, Rohmaterialien und Dienstleistungen Umweltaspekte mit einbezogen werden, worüber auch unsere Lieferanten informiert sind. Unser Ziel ist es, unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit umweltverträgliche Lieferungen und Leistungen grundsätzlich vorzuziehen.

Für alle eingesetzten Materialien fordern wir von unseren Lieferanten Informationen, welche Managementsysteme, insbesondere Umweltmanagementsysteme (DIN EN ISO 14001, EMAS etc.), dort installiert sind. Außerdem liegen die REACh-Erklärungen (EU-Chemikalienverordnung) der Lieferanten vor.

Womit wir, als sog. nachgeschalteter Anwender, den gesetzlichen Vorgaben nach Artikel 33 der REACh-Verordnung entsprechen. So ist aus heutiger Sicht und aufgrund der schriftlichen Auskünfte unserer Lieferanten nicht zu erwarten, dass in unseren Produkten SVHC-Stoffe („besonders besorgniserregende Stoffe“) in einer Massenkonzentration über 0,1% enthalten sind.

Hier haben wir die Zertifizierung zur FSC ® (Forest Stewardship Council®) und PEFC™ (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes™) erfolgreich fortgesetzt: seit Februar 2013 Multisite-Zertifizierung für die gesamte Gruppe. Womit bestätigt wird, dass unsere Unternehmensprozesse so gestaltet sind, dass Papiere aus nachhaltiger Forstwirtschaft, belegbar von der Erzeugung bis zum Endprodukt, zum Einsatz gekommen sind.

Papier macht den größten Teil der eingesetzten Rohstoffe aus. Welches eingesetzt wird, ist abhängig von der Materialauswahl des Kunden und der Gestaltung der Produkte. Wir beraten hier eingehend nicht nur, was die unterschiedlichen Papiere angeht. Auch die Kennzeichnung der Printprodukte mit Blauem Engel, EUEcolabel oder Nordic Swan und was von Produktionsseite dazu notwendig ist, erklären wir genau.

In Preetz und Meldorf werden täglich bis zu 1.000 t unterschiedlichster Papiersorten von 28 g/m² bis 300 g/m² angeliefert, bedruckt und verarbeitet. Die jeweiligen Anteile variieren durch die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden und Aufträge in den Betrieben. Im Wesentlichen sind es: SC-Papiere, LWC-Papiere, MWC-Papiere, WFC-Papiere und u. a. durch die Zertifizierung mit dem Blauen Engel auch Recyclingpapiere.